Diese Website bietet Hunderte Texte in mehreren Sprachen an. Kein Text ist jedoch perfekt. Ein kurzer Beitrag über die technischen Herausforderungen bei diesen Publikationen.
Ich sehe mich als bevorrechtet, denn ich kann in mehreren Sprachen fliessend Fehler produzieren. Das mache ich fleissig, weil ich meine, der Inhalt sei wichtiger als die Form. Zu viele Fehler jedoch hindern den Lesefluss. Fehler muss man nicht entschuldigen, und ich bin dankbar dafür, dass viele grosszügig über meine Fehler hinwegsehen.
Sprachkorrekturen
Wie verbessert man den Text? Man kann auf unterschiedliche Aspekte verweisen, etwa theologische oder didaktische Aspekte, oder sprachliche Aspekte. Die Formulierung ist das eine, eine grammatikalische Fehlerfreiheit ist eine echte Herausforderung.
Das Letzte ist heute auch eine Frage der Technik. Es gibt mittlerweile viele gute Softwarelösungen, die Schreiberlinge unterstützen. In anderen Worten: Meine Schwächen können durch Technik und spezialisierte Systeme teils aufgefangen werden. Das passiert bereits seit Jahren. Alle Texte durchlaufen eine automatische Korrektur. Diese ist jedoch auch nicht fehlerfrei, worauf einige mich gerne hinweisen.
Nebst allgemeinen Sprachmängeln gibt es auch andere Gründe, weshalb eine Sprache nicht ankommt. Nicht jeder kann mit theologischen Begriffen etwas anfangen, und ausserdem gibt es die «Sprache Kanaans», die jeweils unterschiedliche Sprachkultur in jeder Gemeinschaft. Diese Sprache einzufangen, zu nutzen und als Kommunikationsmittel einzusetzen, gelingt nicht immer.
Die speziellen Herausforderungen liegen also nicht nur bei einer generellen Korrektur, sondern ebenfalls bei den Anforderungen der Zielgruppe. Ich möchte verstanden werden und möchte so reden und schreiben, dass möglichst viele das verstehen.
Dazu gibt es weitere Herausforderungen, etwa von Menschen, die aus einer evangelikalen Kultur aussteigen. Sie lehnen eine bestimmte Ausdrucksweise ab, weil diese direkt mit einer bestimmten christlichen Subkultur verknüpft wird, die man bereits hinter sich gelassen hat.
Konflikte mit der Sprache sind demnach auf mehreren Ebenen vorprogrammiert.
Übersetzungen
Eine besondere Schwäche dieser Website liegt bei den Übersetzungen. Diese werden nicht von Hand gemacht, sondern automatisiert. Es benötigt dafür zwei Komponenten: ein System zur Darstellung mehrerer Sprachen sowie eine Übersetzungsmethode. Beide müssen auf der aktuellen Plattform aufbauen und integriert sein.
Es funktioniert wie folgt: Die Website basiert auf WordPress. Die Mehrsprachigkeit wird aktuell mit WPML realisiert, einer Serie mit Plug-ins für WordPress. WPML erlaubt eine automatisierte Übersetzung mithilfe mehrerer Lösungen. Es gibt gute, aber teure Lösungen, ebenso wie günstigere Alternativen. Ich nutze eine Lösung im Mittelfeld, die auf der Plattform DeepL.com aufbaut. DeepL erstellt hervorragende Übersetzungen, die aber bei WPML nicht richtig zum Zug kommen.
Bei der DeepL-Integration ist problematisch, dass WPML nur die Übersetzung pro Zeile unterstützt, wodurch Zeilen aus dem eigenen Kontext herausgelöst werden, bevor sie übersetzt werden. Das resultiert, ganz ähnlich wie bei so mancher Bibelübersetzung, in fehlerhaften Übersetzungen. Ideal wäre es, Texte immer im Kontext zu evaluieren und dabei auch den Typ des Textes, sowie den dafür typischen Wortschatz zu berücksichtigen. Man kann das wirklich gut mit biblischen Übersetzungen und deren Herausforderungen vergleichen.
Die Verbesserung von Übersetzungen
Idealerweise sollte man den Text im Kontext betrachten und erst dann übersetzen. Dafür gibt es heute deutlich mehr Möglichkeiten als noch vor wenigen Jahren. Gerade teste ich die Übersetzung mithilfe von KI. Der Vorteil dabei ist, dass ich bestimmte Begriffe gezielt in einem Glossar übernehmen kann, damit Übersetzungen verbessert werden. Auch können grössere Textabschnitte oder gleich ganze Texte verbessert werden. Das resultiert in deutlich besseren Übersetzungen.
Nichts ist selbstverständlich. Sich nach besseren Resultaten auszustrecken, ist jedoch spannender Alltag. Gilt das dann automatisch für alle bereits veröffentlichten Texte? Nein, natürlich nicht. Es gibt viele ältere Texte, teils vor über 10 Jahren geschrieben, die mit damals vorhandenen Hilfen korrigiert und später übersetzt wurden. Man müsste alle Texte regelmässig durchkämmen, um sie zu verbessern. Gelegentlich publiziere ich alte Texte nach einer entsprechenden Korrektur erneut.
Video-Untertitelung
Ähnlich anspruchsvoll sind die Spracherkennung und eine automatisierte Übersetzung bei Videos. Auch dafür gibt es heute viele Möglichkeiten, die meist auf KI aufbauen. Oft sind diese Funktionen in teuren Abonnements eingebunden. Ich nutze eine andere Methode: MacWhisper ist eine Lösung zur automatischen Spracherkennung für Mac. Diese ist mit DeepL verbunden und gestattet eine recht gute Übersetzung. Immer neue Modelle geben bessere Resultate. Jeder Text in jeder Sprache muss jedoch manuell geprüft werden.
Untertitel sind essenziell für Menschen mit begrenztem Hörvermögen und oft auch für Anderssprachige. Ausserdem scheinen nach YouTube’s Angaben viele Menschen Videos gerne mit Untertiteln zu folgen.
Untertitel werden als separate Textdateien in einem speziellen Format zusätzlich zum Video hochgeladen.
Keine absolute Qualität
Ich habe gelernt, dass eine absolute Qualität nicht erreichbar ist. Viele scheinen es besser zu wissen als ich selbst, sowohl theologisch als auch sprachlich. Aus pragmatischen Überlegungen kümmert mich das wenig, denn vorwärtszukommen ist vielversprechender als ein angeblicher Perfektionismus. Man bedenke auch, dass jede Entscheidung mit den eigenen Herausforderungen kommt.
Meine Devise lautet: Nicht perfekt, aber stetig besser.

