Ich und der Vater – Wir sind eins


Im Johannes-Evangelium lesen wir, wie Jesus im Winter in Jerusalem verweilte. Dort kam es zu einem interessanten Gespräch zwischen Jesus und den Juden über Seine Identität. War Er der Christus? In diesem Kontext lesen wir auch von dem bekannten Ausspruch von Jesus: «Ich und der Vater – Wir sind eins». Was heisst das?

Jesus wandelte im Tempel in der Halle Salomos während den Einweihungsfeiern des Tempels (siehe am Schluss dieses Beitrages), als Ihm die Juden eine Frage stellten:

«Damals fanden in Jerusalem die Einweihungsfeiern statt; es war Winter, und Jesus wandelte in der Weihestätte in der Halle Salomos. Da umringten Ihn nun die Juden und fragten Ihn: «Wie lange hältst Du unsere Seele hin? Wenn Du der Christus bist, dann sage es uns freimütig!»
Joh 10,22-24

Bist Du der Christus?

Wie lange hältst Du unsere Seele hin? Eine verständliche Frage. Jesus hat von sich reden lassen. Als Johannes der Täufer einmal seine Jünger zu Jesus schickte mit der gleichen Frage, gab Jesus jedoch nur als Antwort «Geht hin und berichtet Johannes, was ihr hört und erblickt: Blinde werden sehend, Lahme wandeln, Aussätzige werden gereinigt, Taube hören, Tote erwachen, und Armen wird Evangelium verkündigt. Glückselig ist, wer keinen Anstoss an Mir nimmt» (Mt 11,4-6). Aus diesen Dingen konnte Johannes erkennen, dass Jesus der Messias war. Sprechen Taten etwa mehr als Worte? In diesem Fall: Ja! Es waren die Zeichen und Wunder, welche den Messias und das messianische Reich bezeugten (vgl. Jes 29,18-19; Jes 35,5-6). Daraus wäre für jeden, der die Schriften kannte, ersichtlich, dass hier Grosses geschah.

Meine Schafe und andere Schafe

Erstaunlich ist deshalb, dass die Juden in Jerusalem zwar von diesen Dingen wussten (Joh 10,21), aber dennoch eine klare Bestätigung wünschten. Das spricht eher von Unglaube.

«Jesus antwortete ihnen: «Ich sagte es euch, aber ihr glaubt es nicht. Die Werke, die Ich im Namen Meines Vaters tue, die legen Zeugnis von Mir ab. Aber ihr glaubt nicht, weil ihr nicht von meinen Schafen seid, so wie Ich es euch sagte.»
Joh 10,25-26

Jesus sagt andernorts, dass Er ausschliesslich zu den «verlorenen» Schafen vom Haus Israels geschickt war (Mt 15,24). Diese werden Ihn hören und Seine Botschaft annehmen. Die anderen lehnen Ihn ab, wie beispielsweise gerade die Zuhörerschaft. Einige Verse zuvor hat Jesus erklärt, dass Er der gute Hirte sei, der seine Seele für die Schafe hingibt, der Seine Schafe kennt. Allerdings hat Er auch noch andere Schafe. Nicht allein in Israel selbst, sondern auch unter den Juden in der Zerstreuung sieht Jesus noch verlorene Schafe (Joh 10,11-16).  So richtet sich Petrus an Pfingsten an die Juden und Proselyten aus allen Ländern (Apg 2,5-12, vgl. Joh 21,16) und Jakobus schreibt an die 12 Stämme in der Zerstreuung (Jak 1,1), während Petrus und die Zwölf sich später eindeutig nur an die Juden und Proselyten richten (Gal 2,7-9, vgl 1Pet 2,25 u.a.). Die Nationen selbst sind in den Evangelien noch kein Ziel – dafür wird erst viel später Paulus berufen. Bedenken wir beim Lesen dieses Abschnitts, dass die Gemeinde von heute zu dem Zeitpunkt noch gar nicht existierte, dass sich diese Geschichte noch vor dem Kreuz abspielte und dass Jesus mit einem klaren Auftrag für das Volk Israel gekommen war (Röm 15,8). Wenn Jesus also von diesen Schafen redet, dann ist das eine Bildsprache, die ausschliesslich die Gläubigen aus dem Volk Israel betrifft. Jesaja hatte bereits davon berichtet im berühmten Kapitel über den Knecht des Herrn (Jes 53,6).

«Meine Schafe hören auf Meine Stimme, Ich kenne sie, und sie folgen Mir. Ich gebe ihnen äonisches Leben, und sie werden für den Äon keinesfalls umkommen; auch wird sie niemand aus Meiner Hand rauben. Mein Vater, der sie mir gegeben hat, ist grösser als alle, und niemand kann sie aus der Hand Meines Vaters rauben. Ich und der Vater – Wir sind eins.»
Joh 10,27-30

Es ist nun in diesem Kontext, dass Jesus die berühmte Worte sagt: «Ich und der Vater – Wir sind eins». Jesus sagt das im Kontext seines Auftrags an Israel und in Bezug auf das Verhältnis von Ihm und Gott, Seinem Vater.

Ich und der Vater – Wir sind eins

Nun kommen wir zu diesem berühmten Vers, der gerne zitiert wird, um damit die Dreieinigkeit zu begründen. Es dürfte jedem unvoreingenommenen Leser klar sein, dass hier nichts von einer Dreieinigkeit steht. «Aber halt!» wird jemand einwenden, «es wird hier doch gesagt, dass Jesus und der Vater «eins» seien, also beide Gott sind, nämlich «Gottheit», wie es der Vater ist?» Nein, auch das steht hier nicht.

Gott ist Einer (Mt 19,17; Mt 23,9; Mk 2,7; Mk 12,32; Röm 3,30; Gal 3,20; Heb 2,11; Jak 2,19; Jak 4,12; 1Kor 8,4.6). Er ist nicht zwei und nicht drei. Dass nun Jesus sagt «der Vater und Ich – Wir sind eins» ist eine ganz nüchterne Beschreibung vom gemeinsamen Sinnen und Wirken von Vater und Sohn. Das lässt sich als roter Faden durch die Evangelien hindurch feststellen. Beispielhaft hier einige Referenzen:

«Mein Vater wirkt bis jetzt, und ich wirke.»
Joh 5,17

«Ich kann nichts von mir selbst tun; so wie ich höre, richte ich, und mein Gericht ist gerecht, denn ich suche nicht meinen Willen, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.»
Joh 5,30

«Die Werke, die der Vater mir gegeben hat, dass ich sie vollende, die Werke selbst, die ich tue, zeugen von mir, dass der Vater mich gesandt hat.»
Joh 5,36

«Alles, was mir der Vater gibt, wird zu mir kommen, und wer zu mir kommt, den werde ich nicht hinausstoßen.»
Joh 6,37

«Denn ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht dass ich meinen Willen tue, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat.»
Joh 6,38

«Ich kenne ihn, weil ich von ihm bin und er mich gesandt hat.»
Joh 7,29

«Wenn ich aber auch richte, so ist mein Gericht wahr, weil ich nicht allein bin, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.»
Joh 8,16

« Ich bin es, der von mir selbst zeugt, und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt von mir.»
Joh 8,18

«Wie der Vater mich kennt und ich den Vater kenne.»
Joh 10,15

«Vater, wenn du willst, nimm diesen Kelch von mir weg – doch nicht mein Wille, sondern der deine geschehe!»
Lk 22,42

In all diesen Beispielen wird klar, dass Jesus und der Vater eins sind. Über eine Gottgleichheit wird jedoch mit keinem Wort gesprochen. Eher ist es stets Jesus in Unterschied zu Gott. Sie sind eins, weil sie eben nicht gleich sind, aber ein gemeinsames Anliegen haben. Nur so macht die Aussage einen Sinn.

Der Gemeinde in Philippi schreibt Paulus ebenfalls über eine Einheit, die sie untereinander haben sollten: «Nur wandelt als Bürger, würdig des Evangeliums des Christus, damit ich, was euch betrifft, höre (ob ich nun komme und euch sehe oder abwesend bin), dass ihr in einem Geist feststeht, wie aus einer Seele gemeinsam im Glauben des Evangeliums wettkämpft und euch in nichts durch die Widerstrebenden hemmen lasst». Etwas weiter schreibt der Apostel: «… so macht meine Freude dadurch vollständig, dass ihr gleichgesinnt seid, ein und dieselbe Liebe habt, in der Seele vereint auf das eine sinnt…» (Ph 2,2).

Ganz deutlich wird dies auch im Gebet von Jesus in Johannes 17. Hier zeigt sich, dass die Gläubigen ebenso «eins» sein sollten, wie Gott und Jesus das sind.

«Heiliger Vater, bewahre sie in Deinem Namen, in welchem Du sie Mir gegeben hast, damit sie eins seien, so wie Wir.»
Joh 17,11 (vgl. Joh 17,22)

Bedeutet das nun, dass die Gläubigen untereinandern nun auch irgendwie (frei nach Tertullian:) «eins in Substanz, jedoch mit verschiedenen Personen» sind? Oder wäre das nun reichlich absurd? Ist es nicht viel naheliegender, dass hier keine solche komplexe Formel gemeint ist, sondern dass die Einheit von Vater und Sohn – nämlich in Anliegen und Ausrichtung des Wirkens – ein Vorbild auch für uns sein sollte?

Gotteslästerung

Zurück zu unserer ursprünglichen Geschichte. Die Lage eskaliert.

«Wieder trugen die Juden Steine herbei, um Ihn zu steinigen. Jesus antwortete ihnen: «Ich habe euch viele edle Werke von Meinem Vater gezeigt; um welches Werkes willen wollt ihr Mich steinigen?» Da antworteten ihm die Juden: «Wir wollen Dich nicht wegen eines edlen Werkes steinigen, sondern wegen Deiner Lästerung, weil Du der Du ein Mensch bist, Dich Selbst zu Gott machst.»
Joh 10,31-33

Gotteslästerung? Es wird in den nächsten Versen erklärt, wenn Jesus sagt: «Du lästerst – weil Ich sagte: Ich bin Gottes Sohn –?» (Joh 10,36). Nirgendwo im Text lesen wir, dass Jesus sagt: «Ich bin Gottes Sohn», ausser hier. Jesus zitiert sich selbst im Rückblick auf dasselbe Gespräch. Warum war das ein Anstoss? Nun, die Juden verstanden es so, dass Er – obwohl er offensichtlich ein Mensch war – Sich Gott gleich macht. Gleich zweimal wäre das ein Vergehen, denn erstens missachtet Jesus (in den Augen der Zuhörer) den Unterschied zwischen Gott und Mensch, und zweitens stellt Er sich Gott gleich, womit Gott nicht mehr «Einer» wäre, nämlich auch einzigartig und allein. In der Thora hiess es: «Und wer den Namen des HERRN lästert, muss getötet werden, die ganze Gemeinde muss ihn steinigen; wie der Fremde, so der Einheimische: Wenn er den Namen lästert, soll er getötet werden» (3Mo 24,16). So in etwa dürften die Überlegungen gelaufen sein.

Nun wollten sie Ihn steinigen. Zum Glück wusste man damals noch nichts von einer Dreieinigkeit – das hätte die Situation ungemein erschwert. Denn auch hier gilt: Aus Jesus Gott machen zu wollen, nämlich die Gottheit, oder Teil der Gottheit, wäre eine direkte Gotteslästerung. Weil Christen aufgrund der Dreieinigkeitslehre ständig Jesus zu Gott machen, verstehen es wohl viele gottesfürchtige Juden bis heute so, dass Christen Gott lästern. Sie verneinen ja den Einen Gott, und machen einen Menschen Gott gleich. Sehr problematisch, diese Christenheit!

Wie antwortet Jesus auf die Anklage? Sagt Er etwa: Ihr habt das immer falsch verstanden, denn ich bin Teil einer göttlichen Dreieinheit. Sorry, dass dies in der Tenach etwas unklar war. Deswegen bin ich gekommen, das jetzt mal zu verdeutlichen? Macht Jesus sich nun zu Gott, nämlich zur Gottheit, oder sagt er etwas ganz anderes? Hören wir Seine Antwort:

«Jesus antwortete ihnen: «Ist in eurem Gesetz nicht geschrieben: Ich sage, Götter seid ihr? Wenn Er jene Götter hiess, zu denen das Wort Gottes geschah (und die Schrift kann doch nicht aufgelöst werden), wieso sagt ihr zu dem, den der Vater geheiligt und in die Welt ausgesandt hat: Du lästerst – weil Ich sagte: Ich bin Gottes Sohn –? Wenn ich nicht die Werke Meines Vaters tue, so glaubt Mir nicht. Wenn Ich sie aber tue und ihr Mir dennoch nicht glaubt, so glaubt doch den Werken, damit ihr erkennt und glaubt, dass der Vater in Mir ist und Ich im Vater bin.»
Joh 10,34-38

Gegen die Anklage, dass Er sich Gott gleich mache, zitiert Jesus Psalm 82,6, wo es heisst:

« Ich sagte zwar: Ihr seid Götter, Söhne des Höchsten seid ihr alle!»
Ps 82,6

Der Psalmschreiber sagt dies zu Menschen, zu Richtern, die «Götter» genannt werden (heb. Elohim. vgl. 2Mo 21,6), dasselbe Wort wie «Gott». Es sind Menschen «zu denen das Wort Gottes geschah» (Joh 10,35). Die Juden wollten Jesus aufgrund einer Aussage der Bibel steinigen, jedoch Jesus zitiert einen anderen Vers, woraus hervorgeht, dass auch Menschen Elohim genannt werden. Jesus hat sich also nicht Gott gleich gemacht, sondern auch Menschen werden als Gott bezeichnet, als «Unterordner» im Sinne der biblischen Bedeutung.

Gott

Das Wort «Gott» in der Bibel gibt es in verschiedenen Abstufungen. Es gibt tatsächlich nur einen Gott, Der über allem steht, der Allmächtige. Darunter jedoch gibt es «Götter», «Richter» und andere, welche die gleiche Bezeichnung erhalten, weil ihre Funktion in begrenztem Umfang dieselbe ist (so gelesen in 2Mo 21,6; 2Mo 22,8-9). Auch Mose wurde ein Elohim, nämlich für seinen Bruder Aaron (2Mo 4,16) und für Pharao (2Mo 7,1). In einem anderen Psalm wird der Messias als Elohim bezeichnet, und zwar im Unterschied zum Einen Gott, der ebenfalls Elohim genannt wurde:

«Gott, dein Thron bleibt immer und ewig; das Zepter deines Reichs ist ein gerechtes Zepter. Du liebst Gerechtigkeit und hassest Frevel; darum hat dich Gott, dein Gott, gesalbt mit Freudenöl wie keinen deiner Gefährten.»
Ps 45,6-7

Gleich 3x wird hier das Wort Elohim genutzt für Gott, und dabei wird der Messias von Seinem Elohim selbst zu Elohim gemacht. Das macht Ihn jedoch nicht Gott-gleich, sowenig wie Mose Gottheit wurde, als er Elohim für Aaron oder Pharao wurde.

Christus, Gottes Sohn

Die ursprüngliche Frage der Juden informierte danach, ob Jesus der erwartete Messias sei. Gestolpert wurde danach über die Aussage, dass Jesus Gottes Sohn sei. Nicht für alle Juden war dies ein Kontrast. So fragte Jesus einmal seinen Jünger: «Ihr aber, was sagt ihr, wer Ich sei? Simon Petrus antwortete: Du bist der Christus [Messias], der Sohn des lebendigen Gottes!» (Mt 16,15-16). Petrus, als Jude, hatte damit also kein Problem. Sah er Jesus als den erwarteten Messias? Ja. Erkannte er in Jesus den Sohn des lebendigen Gottes? Sicher! Damit ist Jesus aber noch nicht Gott, dem Vater, gleichzusetzen. Jesus ist nicht die Gottheit. Das ist nur der Vater (1Kor 8,6).

Jesus sagt, dass Sein Vollmacht Ihm vom Vater verliehen wurde (Joh 17,2). Er war von Gott ausgegangen und wurde von Gott – und nicht etwa von sich selbst – ausgesandt (Joh 17,8). Der Vater ist grösser als Er (Joh 14,28). Er, als Sohn Seiner Liebe, ist das Abbild des unsichtbaren Gottes (Kol 1,13-15), nicht jedoch Gott Selbst. Er war in der Gestalt Gottes, schreibt Paulus, aber deshalb war Jesus nicht Gott-gleich, sondern «ebenso» wie Gott, nämlich ähnlich in mancherlei Hinsicht, ohne Gott Selbst Konkurrenz anzutun (Phil 2,6). Er hat sich von Seiner Herrlichkeit «entäussert» und wurde in der Art und Weise wie ein Mensch erfunden (Phil 2,7). Johannes beschreibt es so: «Das Wort wurde Fleisch und zeltete unter uns, und wir schauten Seine Herrlichkeit – wie die Herrlichkeit des Einziggezeugten vom Vater – voller Gnade und Wahrheit» (Joh 1,14). Einige Verse weiter heisst es: «Niemand hat Gott jemals gesehen; der einziggezeugte Gott, der jetzt in dem Busen des Vaters ist, derselbe hat Ihn geschildert» (Joh 1,18). Der Eine Gott, Gott selbst bzw. der Vater oder Gottheit in absolutem Sinne, der kann nicht gezeugt werden. Jesus aber ist der einziggezeugte Gott, der jetzt im Busen des Vaters ist (Johannes schreibt nach Jesu Himmelfahrt). Dies ist die Beschreibung des Messias, der hier als menschgewordenes Abbild von Gott dargestellt wird. Nicht nur Mensch, sondern menschgeworden. Nicht Gott Selbst, aber der einziggezeugte Gott. Er ist Gottes Sohn, durch Den der Vater Sein Haus baut.

«Rabbi, Du bist der Sohn Gottes! Du bist der König Israels!»
Joh 1,49 (Nathanael zu Jesus)


Quellenangaben

Johannes 10,22 verweist nach Einweihungsfeiern im Winter. Der Bezug ist auf Einweihungsfeier für den Tempel, nachdem dieser während drei Jahren entweiht war. Flavius Joseph beschreibt, wie der Tempel wieder eingeweiht wurde. In Johannes 10 geht es um eine Erinnerungsfeier wegen dieser Einweihung. Mir lag der Text leider nur auf Englisch vor.

Flavius Josephus

“When, therefore, the generals of Antiochus’s armies had been beaten so often, Judas assembled the people together, and told them, that after these many victories which God had given them, they ought to go up to Jerusalem, and purify the temple, and offer the appointed sacrifices. But as soon as he, with the whole multitude, was come to Jerusalem, and found the temple deserted, and its gates burnt down, and plants growing in the temple. of their own accord, on account of its desertion, he and those that were with him began to lament, and were quite confounded at the sight of the temple; so he choose out some of his soldiers, and gave them order to fight against those guards that were in the citadel, until he should have purified the temple.

When, therefore, he had carefully purged it, and had brought in new vessels, the candlestick, the table [of shew-bread,] and the altar [of incense,] which were made of gold, he hung up the veils a the gates, and added doors to them. He also took down the altar [of burnt offering,] andbuilt a new one of stones that he gathered together, and not of such as were hewn with iron tools.

So on the five and twentieth day of the month Casleu, which the Macedonians call Apelleus, they lighted the lamps that were on the candlestick, and offered incense upon the altar [of incense,] and laid the loaves upon the table [of shewbread,] and offered burnt offerings upon the new altar [of burnt-offering.]

Now it so fell out, that these things were done on the very same day on which their divine worship had fallen off, and was reduced to a profane and common use, after three years’ time; for so it was, that the temple was made desolate by Antiochus, and so continued for three years. This desolation happened to the temple in the hundred forty and fifth year, on the twenty-fifth day of the Month Appelleus, and on the hundred and fifty-third olympiad; but it was dedicated anew, on the same day, the twenty-fifth of the month Appelleus, in the hundred and forty-eight year, and on the hundred and fifty-fourth olympiad.

And this desolation came to pass according to the prophecy of Daniel, which was given four hundred and eight years before; for he declared that the Macedonians would dissolve that worship [for some] time.”

Source: Josephus Flavius, Antiquities of the Jews, Book XII, Chapter 7.6.