Man stelle sich folgenden Titel für einen Zeitungsartikel vor: «Hölle-Liebhaber freuen sich über ewiges Leben für Ungläubigen!». Wäre das nicht ungewohnt? In diesem Beitrag möchte ich begründen, weshalb die Hölle-Lehre voraussetzt, dass alle Menschen ewiges Leben erhalten.
Es erscheint fast unglaublich, aber Hölle-Liebhaber wissen es bereits: Gott schenkt allen Menschen ewiges Leben. Damit meint man so etwas wie immer dauerndes Leben. Es gibt einen winzigen Unterschied zwischen verschiedenen Gruppen. Der Fanklub einer Hölle sieht einen doppelten Ausgang für die Weltgeschichte. Gläubige werden gerettet, weil sie so gut geglaubt haben, während die Ungläubigen leider versagten. Die Gläubigen landen im Himmel, während die Ungläubigen in einer Hölle gestossen werden, um dort für ewig gepeinigt zu werden. So zumindest die Vorstellung dieser einen Tradition einer Hölle. Man findet diese Tradition nicht in der Bibel, aber sie wird gerne dort hineingelesen. Deswegen befassen wir uns hier etwas mit dieser Vorstellung und denken etwas darüber nach.
Die Hölle ist eine Idee, die in der Bibel nicht gelehrt wird. Zwar haben einige ältere Übersetzungen immer noch diesen Begriff, aber er wird zur Übersetzung ganz unterschiedlicher Wörter aus dem Grundtext genutzt. Das geschieht nicht einmal konsistent, wie ein einfacher Vergleich zwischen verschiedenen Bibelübersetzungen zeigen kann. Je näher eine Übersetzung zum Grundtext liegt, desto schneller verschwindet der Hölle-Begriff aus der Bibel. Stattdessen wird man für die Originalausdrücke wie «Hades» oder «Gehenna» sensibilisiert. Das hilft dabei, vieles zu klären.
Ist die Hölle eine furchtbare Vorstellung? Es kommt noch besser. Die Hölle soll nämlich auch dann gelten, wenn Menschen bereits gestorben sind. Damit die Hölle tatsächlich erlebt werden kann, müssen alle Toten irgendwann auferweckt werden. Sie erhalten dann auch ein endloses Leben. Alle Menschen erhalten also «ewiges Leben», aber sie werden es unterschiedlich verbringen. Vielfach wird nur gelehrt, dass Gläubige «ewiges Leben» erhalten, aber das ist ein Trugschluss. Auch die Ungläubigen erhalten «ewiges Leben».
Am Schluss der Geschichte entsteht dann dieses Bild: Wenn Gott das Welttheater seinen Lauf hat laufen lassen, der Vorhang auf der Bühne zugezogen wurde, dann steht Er am Schluss als der Autor des Theaterstücks vorn auf der Bühne. Er fasst dann noch einmal zusammen: Für einige wenige ging die Geschichte gut aus, für den übergrossen Rest jedoch erwartet ein erbärmliches Ende.
Dieser Autor der Weltgeschichte, dieser Gott der Hölle-Lehre, steht dann auf der Bühne und zeigt den Ausgang des Welttheaters. Eine winzige Gruppe ist gerettet und befindet sich im Himmel. Der übergrosse Rest wurde jedoch zuerst lebendig gemacht, um dann für alle Ewigkeit gepeinigt zu werden. Autsch!
So sehen es die Hölle-Liebhaber: Gott rettet nur wenige, gibt aber allen Menschen Unsterblichkeit. Die einen, damit sie «bei Gott» sind, die anderen, damit derselbe Gott sie auf ewig quält. Die selbstgerechten Hölle-Liebhaber steigen problemlos darüber hinweg. Ich finde das eine quälende Vorstellung.
Wieviel besser dagegen ist die Auflösung der vielen angeblichen Hölle-Begründungen und die Erlösung durch Christus als Kern des Evangeliums und auf Basis von Gottes Gerechtigkeit. Dazu findest Du jene Menge Begründungen hier auf dieser Website. Ein paar Startpunkte findest Du hier:

