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Was ist Worthaus?

Worthaus ist eine Idee, ein Anliegen, eine Zusammenarbeit, ein Projekt, ein Austausch, und noch vieles mehr. Was Worthaus sein möchte ist dies: Worthaus möchte eine Anregung für Christen sein, sich neu und vertieft mit der Schrift und dem eigenen angestammten Glaubensgut auseinanderzusetzen. Die Anregung ist tiefgründig und reflektiert und setzt sich immer wieder auch mit dem Spannungsfeld dogmatischer Glaubenseinstellungen auseinander. Grund genug also, Worthaus hier kurz vorzustellen.

Die zentrale Website findet sich unter worthaus.org. Von dort aus finden sich Hinweise auf Veranstaltungen und es gibt eine gut gefüllte Mediathek mit Vorlesungen zu verschiedensten Themen mit Portalen auf YouTube und Vimeo. Auch eine Facebook Seite fehlt nicht.

Einführungsvideo

Dreiminütiges Video von Prof. Dr. Siegfried Zimmer, worin er die Anliegen von Worthaus erklärt.

 

 

Prof. Dr. Siegfried Zimmer, Über Worthaus (2011).

Beispiel eines Vortrages

Dieser Vortrag gehört zu einer Reihe über die ersten Kapitel der Bibel. Es geht um Mann und Frau. Es lässt sich gut erkennen, welche Anliegen in der Bibelbetrachtung nachgegangen werden und welche andere Sichtweisen bei einer näheren Betrachtung erscheinen können. Es ist ein gutes Beispiel zu einem oft (dogmatisch, traditionell, gesellschaftlich…) vorbelasteten Bild, und wie man im Lesen der Schrift neue Einblicke gewinnen kann.

 

 

Die Beziehung von Mann und Frau (Genesis 2, 18, 21–25) | 3.3.1
4. Vortrag zu Genesis 2 von Worthaus 3 – Weimar: 31. Mai 2013 von Prof. Dr. Siegfried Zimmer

Die Suche nach dem unverstellten Blick

Der Slogan von Worthaus «Die Suche nach dem unverstellten Blick» verrät bereits viel über die Anliegen: Man behauptet nicht, das letzte Wort bereits gefunden zu haben, sondern sucht aktiv, und in den Vorträgen und Veranstaltungen auch miteinander. Der «unverstellte Blick» verweist auf die vielseitigen Sichtweisen, die einer nüchternen Betrachtung der Bibel heute in den Weg stehen können. Unverstellt und unverkrampft, dafür mit mehr Tiefgang und mehr Ausblick, ist das, wonach gesucht wird. Gott kennenlernen und Sein Wort ernstzunehmen gehören dabei zusammen. Das Hirn bleibt eingeschaltet.

Die differenzierte Auseinandersetzung

Was ist an dieser Auseinandersetzung so brisant oder erfrischend? Es sind hier verschiedene Dinge erwähnenswert:

Jede Generation braucht ihre eigene Auseinandersetzung. Es ist nicht genug, sich Altbekanntes lehren zu lassen. Damit die Bedeutung der Bibel selbst erfasst werden kann, braucht es eine eigene Auseinandersetzung. Jede Zeit, so auch unsere Zeit, benötigt eine Auseinandersetzung. Worthaus unterstützt eine offene Auseinandersetzung und ermutigt zum offenen Gespräch.

Religionsgeschädigten. Es gibt sie, die Religionsgeschädigten, Kirchen- und Freikirchen-Geschädigten, die sich mit engen Sichtweisen partout nicht anfreunden können und wollen, oder sich wie angewidert davon entfernt haben. Wer das je am eigenen Leib erfahren hat, versteht, was in diesen Vorträgen immer wieder erwähnt wird. Es sind befreiende Botschaften und neue Zugänge zur Schrift für Menschen, die mit dogmatisch geprägten Botschaften nicht mehr viel anfangen können, aber Gott bislang nur dogmatisch präsentiert bekamen.

Horizonterweiterung. Worthaus entstand gegen den Hintergrund reformatorischer Theologie und wird von Universitätstheologen getragen. Die Vorträge sind m.E. vorwiegend lebensnah und glaubensnah, ebenso wie sie nahe an der Bibel gehalten werden. Wer das nicht aus universitären Kreisen erwartet, oder gar befürchtet, dass diese per Definition «liberal» sind, kann hier den Horizont erweitern.

Gesellschaftlich relevant. Eine Vertiefung des Glaubens ist immer gesellschaftlich relevant, während dogmatische Lehren und Annahmen das selten sind.

Kritik an Worthaus

Worthaus regt nicht nur an, sondern manche auch auf. Wer fundiert und vielseitig an die Schrift herangeht, fordert eben viele heraus. So gibt es zu Worthaus durchaus kritische Stimmen. Interessanterweise geht es – soweit ich das gelesen habe – häufig um ideologische Einwände. Man ist ja ganz davon überzeugt, dass die eigene Sichtweise stimmt, findet logischerweise Argumente für die eigene, und gegen die andere Sicht. Das darf durchaus ein hohes Niveau erreichen und auf relevante Punkte hinweisen. Ein Diskurs benötigt kritische Stimmen. Wichtig erscheint mir persönlich, diese Dinge zuerst einmal als «Sichtweisen» zu deklarieren, und sie nicht mit «biblischer Wahrheit» zu verwechseln. Jeder arbeitet, denkt und handelt mit solchen Annahmen. Gerade diese Annahmen sollen hier erneut reflektiert werden, was eines der Hauptanliegen ist.

Auseinandersetzung bezweckt Reflektion, Differenzierung und am Schluss vielleicht auch einfach den Mut dieses anzunehmen und anderes abzulehnen. Worthaus ist so wenig perfekt wie die Ansichten der Kritiker. Es soll erkannt sein, dass jeder Redner nach dem eigenen Verständnis und der eigenen Prägung vorgeht – ein natürliches Merkmal jeder Ansicht, Theologie oder Meinung. Der generelle Ansatz von Worthaus erscheint mir jedoch gerade deshalb wegweisend und befreiend, weil konkrete Ansätze geboten werden, die eine lebendige Auseinandersetzung fördern.

 

Anregungen zum gemeinsamen Austausch

  • Höre einen Vortrag mit Anderen und bespreche das Thema
  • Hattest Du schon mal von Worthaus gehört?
  • Hast Du schon mal einen Vortrag gehört/gesehen/miterlebt?

Weiterführend

  • Website von Siegfried Zimmer: siegfriedzimmer.de
    Interessante Einblicke in beruflicher Werdegang und Glaubensentwicklung, sowie aktuelle Projekte.